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Heilkunde

6 Ursachen von Hämorrhoiden

Ursachen von Hämorrhoiden - nur wer Bescheid weiss, kann etwas tun

6 Ursachen von Hämorrhoiden – nur wer Bescheid weiss, kann etwas tun

Obwohl Hämorrhoiden zu den am weitest verbreiteten Zivilisationskrankheiten gehören, ist es vielen peinlich, darüber zu reden.  Das Wort ist schwierig und das Thema unangenehm – Krankheiten zwischen Gürtellinie und Schenkelansatz gelten in unseren Breitengraden weitgehend als Tabu. Dabei ist jeder Zweite davon betroffen und bei Erkrankungen des Analbereichs sollte man frühzeitig aktiv werden. Kennt man die Ursachen der Hämorrhoiden, kann man gegensteuern.

Leider führt falsche Scham und das Gefühl der Peinlichkeit dazu, dass auch während der Konsultation eines Arztes oder Naturheilpraktikers Beschwerden in dem Bereich nicht zur Sprache gebracht werden. Denn viele denken, dass Hämorrhoiden harmlos sind und schieben das unangenehme Thema einfach zur Seite.

Gegeben ist jedoch, dass entzündliche oder tumorartige Veränderungen im Anfangsstadium, ähnliche Symptome verursachen und oft wegen unangebrachter Scham viel zu spät entdeckt werden. Daher sollte man den Arztbesuch nicht zu lange hinauszögern. Wer sich frühzeitig um Linderung bemüht, hat beste Chancen, dass im Verborgenen nicht noch Schlimmes blüht.

Vom Polster zur Plage: Wie Hämorrhoiden entstehen

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden, denn diese haben eine wichtige Aufgabe. Sie bestehen aus einem blutgefüllten Gefässgeflecht. Dieses Gefässpolster ist in der Schleimhaut des Enddarms wenige Zentimeter oberhalb des Analkanals ringförmig aufgehängt. Gemeinsam mit dem Schliessmuskel dichten sie den Darmausgang gegen ungewollten Austritt von Stuhl, Flüssigkeit und Gasen ab. In Ruhe sind Hämorrhoiden prall gefüllt. Erst wenn der Darm entleert werden soll, schwellen sie ab. 

Die Medizin teilt die Erkrankung in verschiedene Schweregrade ein: 

Grad 1:  Innere Hämorrhoiden sind leicht vergrössert, sie sind von aussen nicht sicht- oder tastbar. Schmerz und Juckreiz sind nicht vorhanden oder meist nicht ausgeprägt. Auf dem Toilettenpapier und Stuhl findet sich gelegentlich hellrote Blutauflagerungen. Beim Stuhlgang oder bei körperlichen Aktivitäten können sie aus dem After heraustreten.

Grad 2:  Die Hämorrhoiden haben an Grösse zugenommen und wölben sich beim Stuhlgang nach aussen. Sie ziehen sich aber von selbst wieder ins innere zurück. In diesem Stadium kann der Patient das Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung haben, was zu längeren Sitzungen mit anhaltendem Pressen führt, wodurch das Leiden oft verschlimmert wird. Es treten bereits die typischen Symptome wie Brennen, Juckreiz, Nässen und Blutungen auf.

Grad 3: Hämorrhoiden neigen in diesem Stadium beim Stuhlgang, aber auch bei körperlicher Belastung zum Vorfall. Sie gleiten von selbst nicht wieder zurück, aber man kann sie mit Hilfe der Finger wieder an ihren Platz zurückschieben. Es kommt zu schleimigen Absonderungen, Verhärtungen, starker Juckreiz und Brennen bis hin zu Schmerzen und Krämpfen des Schliessmuskels und das Sitzen fällt schwer.

Grad 4: Die Hämorrhoiden sind sehr stark vergrössert und gelten als fixiert. In diesem Stadium lassen sie sich nicht mehr zurückdrängen. Sie sind also ständig von aussen sichtbar und die Schmerzen werden immer stärker. Meistens wird zusätzlich ein Stück der Analschleimhaut sichtbar, dann spricht man von einem Analprolabs. Da kommen meist chirurgische Therapien zum Einsatz.

Hämorrhoiden: Leiden im Po – Endlich Klarheit über die 6 häufigsten Ursachen

1. Chronische Verstopfung

Sie führt zu starkem Pressen beim Stuhlgang. Dadurch staut sich das Blut in den Analgefässen und diese weiten sich mit der Zeit immer mehr aus. Eine Reizdarmproblematik verleitet ebenfalls zu übermässigem Pressen.

Elementar für eine Verringerung der Hämorrhoidal-Beschwerden ist eine ausgewogene Ernährung und die Zufuhr von Ballaststoffen. Wichtig ist auch eine gute Wasseraufnahme, die nicht unter zwei Litern pro Tag liegen sollte. Verstopfung sollte auf jeden Fall gemieden werden. Hierzu eignen sich die regelmässige abendliche Einnahme von Quellstoffen wie Flohsamen und Leinsamen.

Bei hartnäckiger Verstopfung können Abführmittel kurzfristig gegen Verstopfung helfen. Dazu eignen sich Tees aus der Rinde des Faulbaums oder von Sennesblättern.  In der Apotheke gibt es eine grosse Auswahl an Abführmitteln und sie wirken an unterschiedlichsten Stellen im Darm und arbeiten mit verschiedenen Effekten.

Vorsicht ist bei der regelmässigen Einnahme von Abführmittel geboten. Bei einer langfristigen Anwendung steigt das Risiko stark an und der Darm verliert die Fähigkeit, sich ohne Anregung derartiger Abführmittel zu entleeren. Jedes Abführmittel greift in die natürliche Flüssigkeits- und Nährstoffaufnahme des Körpers ein und kann diese auch dauerhaft verändern, oft mit schweren Folgen.

Übrigens kann auch ein langes Verweilen mit einer Zeitschrift oder Telefon auf dem Klo den Beckenboden stark belasten, den Darm nach unten drücken und Hämorrhoiden begünstigen.

2. Häufiger Durchfall

Ständig zu flüssiger Stuhl kann auch zu einer Vergrösserung der Hämorrhoidalpolster führen, da diese ständig den flüssigen Stuhlgang zurückhalten müssen. Somit sind die Blutpolster ständig gefüllt.

3. Bewegungsmangel

Gilt als einer der häufigsten Ursachen von Hämorrhoiden bei unserer heutigen meist sitzenden Lebensweise. Regelmässige Bewegung vermeidet Blutstauungen und regt die Darmtätigkeit an. Wer aber den ganzen Tag auf einem Stuhl sitzt und sich auch während seiner Freizeit nicht die Zeit nimmt sich zu bewegen, wird eher über Symptome klagen als andere.

Da auch Übergewicht den Druck im Bauchraum zusätzlich erhöht und den Blutabtransport behindert sollte man versuchen durch Ernährungsumstellung und Bewegung das Gewicht zu normalisieren.

Aber Achtung: Auch einige Sportarten wie zum Beispiel Radfahren, Joggen, Reiten, Tennis, Squash, Ballsportarten, Trampolinspringen, Leichtathletik oder falsch durchgeführtes Krafttraining üben einen übermässigen Druck auf das Becken aus und können das Leiden erzeugen oder verschlimmern. Besser sind Sportarten wie Yoga, Schwimmen, Gymnastik oder Walken die mit weichen Bewegungen ausgeführt werden und keinen zusätzlichen Druck auf das Becken ausüben.

4. Heben schwerer Lasten

Auch das Heben und Tragen von schweren Lasten kann Druck auf den Unterleib und Darmbereich ausüben.

5. Schwangerschaft

Aufgrund der hormonellen Umstellung lockert das Bindegewebe und das Ungeborene drückt auf den Bauch und Darm. Durch das Pressen während der Entbindung kann es passieren, dass die Gefässpolster sich krankhaft vergrössern. Hämorrhoiden nach der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit ist ein häufiges Phänomen.

6. Angeborene Bindegewebsschwäche

Neben der genetischen Veranlagung, spielen hormonelle Veränderungen im Verlauf des Lebens und Nährstoffmangel eine grosse Rolle bei der Entstehung. Dies ist möglicherweise einer der Gründe, warum Hämorrhoiden im Alter häufiger auftreten.

Es kann durchaus sein, dass nicht nur eine Ursache für die Entstehung von Hämorrhoiden vorhanden ist, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen.

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