Umweltgifte in unserem Alltag: Der unsichtbare Feind
Gifte, Chemikalien und Schadstoffe gehören inzwischen leider zum Alltag. Fast nie werden die Gifte bewusst wahrgenommen. Sie werden ganz automatisch mit den Mahlzeiten gegessen, mit der Luft eingeatmet, mit dem Wasser getrunken und über die Haut aufgenommen. Umweltgifte befinden sich überall und niemand kann ihnen gänzlich ausweichen.
Erfahre in diesem Beitrag, wie Umweltgifte täglich aufgenommen werden, welche Chemikalien am gefährlichsten sind und wie du deine Gesundheit schützen kannst. Auch Prof. Dr. Karls Neeser äussert sich im anschliessenden Interview zur Gefahr Umweltgifte.
Historische Entwicklung: Die zweischneidige Medaille der menschlichen Fortschritte
Schadstoffe natürlichen Ursprungs gibt es seit jeher. Dabei handelt es sich um Gifte verschiedener Pflanzen, Schadstoffquellen wie Vulkane, die unter anderem Schwefeldioxid und grosse Staubmengen emittieren. Oder Waldbrände, wo Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid, teerartige Stoffe und Phenole entstehen.
Was wir Menschen jedoch mit der industriellen, technischen und pharmazeutischen Entwicklung erreicht haben, ist leider nicht nur zum Vorteil aller Lebewesen. Das Erdöl als Rohstoff war wohl eine der wichtigsten Entdeckungen der Menschheit, aber auch eine der fatalsten in Beziehung auf die Umwelt.
Vor allem als Energielieferant und Treibstoff ist Erdöl fast nicht mehr wegzudenken. Aber auch in der chemischen Industrie ist es für die Herstellung von Kunststoffen unentbehrlich.
Umweltgifte und ihre Quellen
Ursprünglich nur als Fortschritt und Segen gewähnt, wurde erst mit der Zeit erkannt, welche Schäden gleichzeitig damit angerichtet werden. Benzin, Heizöl, Dieselkraftstoff sowie Kerosin, die grosse Mengen an Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freisetzen, sind wohl die bekanntesten Gifte für die Umwelt.
Der Stoff Paraffin wird ebenfalls aus Erdöl gewonnen und in vielen kosmetischen Cremes, Make-up-Artikeln oder Shampoos, sowie in Putzartikeln und Kerzen verwendet. Auch in der Medizin und Lebensmittelindustrie kommt Paraffin zum Einsatz, zum Beispiel in medizinischen Salben, Kaugummis oder sogar als Überzug bei einigen Käsesorten.
Verschiedenste Kunststoffe wie Plastik, PET etc. reihen sich ein in die Liste der zweischneidigen Produkte für Mensch und Umwelt.
Dasselbe gilt für die Chemikalien, die in Arzneimitteln, Lebensmittelzusatzstoffen, Pflanzenschutzmitteln und sogenannten Detergenzien (Seifen, Wasch- und Körperpflegemittel) ihren Nutzen haben, aber auch Schaden im und am menschlichen Körper anrichten.
Die Top-Umweltgifte und ihre Gefahren
Die gefährlichsten Umweltgifte gemäss einer Studie der Umweltorganisation Green Cross Schweiz und Pure Earth aus New York aus dem Jahr 2015 sind Blei, Quecksilber, Chrom, Radionuklide, Pestizide und Kadmium. Auf der ganzen Welt sind ca. 100 Millionen Menschen den schädlichen Einflüssen direkt oder indirekt ausgesetzt.
Blei befindet sich durch Abgase und andere Verarbeitungen nahezu in allen Bereichen unserer Umwelt wieder. Der Mensch nimmt es über die Luft oder die Nahrung auf. Quecksilber befindet sich nebst alten Zahnfüllungen aus Amalgam auch in zahlreichen Speisefischen.
Chrom gelangt über Nahrung, Atemwege, Trinkwasser und Hautkontakt in den menschlichen Körper. Radionuklide sind unsichtbar und riechen nicht. Sie gelangen, vom Menschen unbemerkt, mit der Nahrung oder durch die Einatmung in den Organismus und können dort verheerende Schäden anrichten.
Über den Konsum von Obst oder Gemüse, aber auch über die Fütterung von Tieren, die zur Lebensmittelgewinnung dienen, werden die den gefährlichsten Umweltgiften zugeordneten Pestizide von nahezu jedem Menschen konsumiert.
Kadmium ist in jeder auftretenden Form giftig. Es wird hauptsächlich über die Nahrung, aber auch über die Atmung aufgenommen. Durch den Einsatz von Kunstdüngern wird das Erdreich mit Kadmium angereichert, sodass es in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist. Zudem befindet sich das Kadmium in Batterien, Farbpigmenten, fossilen Brennstoffen, Lötmetallen, Rostschutzmitteln und Zigaretten.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltgiften
Die Belastungen betreffen im Grunde genommen uns alle, und wir sind auch nicht nur an einzelnen Tagen mit speziellen Umständen, sondern im Alltag, im ganz normalen Leben, Tag für Tag, Jahr für Jahr betroffen. So sind alle Menschen vielen kleinen, aber chronischen Dauerbelastungen ausgesetzt.
In den letzten zehn Jahren haben hunderte Studien nachgewiesen, dass die Giftstoffe in unserer Umwelt sich negativ auf den Organismus auswirken können, und zwar in der Form von:
- Gestörtem Immunsystem und damit einhergehenden Autoimmunerkrankungen
- Störungen der Hormon- und Enzymfunktionen
- Psychischen Störungen
- Stoffwechselveränderungen
- Mangelernährung
- Krebs
Massnahmen gegen Umweltgifte: Was können wir tun?
Das ist auf jeden Fall eine gesamtgesellschaftliche Frage. Politik, Forschung und jede einzelne Person müssen sich damit befassen und entsprechend reagieren.
Die Politik muss die Grenzwerte bei den Giftstoffen senken und alle möglichen Massnahmen ergreifen, um die Umweltverschmutzungen, wenn nötig auch mit Verboten, zu reduzieren. Eine globale Zusammenarbeit ist auf jeden Fall ebenso wichtig wie nationale Strategien.
Die Forschung muss in allen Bereichen mit Hochdruck weiter daran arbeiten, Ersatzstoffe für giftige Produkte zu finden, und sie muss sich für eine schnelle Umsetzung einsetzen.
Wir alle können mit einem entsprechendem Konsumverhalten und gewissen Veränderungen des Lebensstils, seien sie auch klein, unseren Beitrag leisten.
Unser Körper ist aber auch so genial geschaffen, dass er sein eigenes ”žEntgiftungssystem“ hat. Dazu gehören Darm, Leber und Galle, Nieren, Lymphe, Haut und Lungen. Dieses Entgiftungssystem ist so ausgestattet, dass es viele der gefährlichen Substanzen unschädlich machen und ausscheiden kann.
Allerdings sind wir in der heutigen Zeit den vielen Giften so stark ausgesetzt, dass unser Körper es nicht alleine schafft und Unterstützung braucht, um nicht langfristige Konsequenzen wie degenerative Schäden davonzutragen.
Nebst einer geänderten Lebensweise kann mit Hilfe von regelmässigen Entschlackungs- und Entgiftungsmassnahmen vieles für die Gesundheit unseres Körpers und unserer Organe getan werden.