Heilkunde

Pfefferminze – Natürliche Hilfe bei Verdauung, Kopfschmerzen und mehr

Pfefferminze - Natürliche Hilfe bei Verdauung, Kopfschmerzen und mehr

Pfefferminze: Duftende Erfrischung und kraftvolle Heilpflanze in einem

Von Barbara Simonsohn

Wer kennt sie nicht, die erfrischende Pfefferminze? Ob als Tee, in Kaugummis oder als beruhigendes Öl – die Pfefferminze ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch hinter dem typischen Minzaroma steckt weit mehr als nur Frische. Diese kraftvolle Heilpflanze, die im 17. Jahrhundert in England zufällig entdeckt wurde, ist ein wahres Multitalent in der Naturheilkunde.

Von Magen-Darm-Beschwerden über Kopfschmerzen bis hin zur Hautpflege – Pfefferminze bietet durch ihre vielseitigen Inhaltsstoffe eine natürliche und wirkungsvolle Hilfe für zahlreiche Beschwerden.

Äusserst verdient wurde die Pfefferminze 2004 zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt.   

Minze durch die Jahrhunderte: Heilpflanze, Zahlungsmittel und Aphrodisiakum

Minze ist als Pflanze eine Grossfamilie und hat eine lange Historie.

Sie wurde als Grabbeilage Toten im altägyptischen Reich in der Zeit von 1’200 bis 600 vor Christi mitgegeben, Minzen-Reste wurden bei Abd-el-Quarnah gefunden. Minzen galten im alten Ägypten als so kostbar, dass sie sogar als Zahlungsmittel und Schönheitselixier dienten. Daher stammen die Ausdrücke „Münze“ und „münzen“. 

Namensgeberin ist die griechische Nymphe Mintha. Der Sage zufolge soll sie von Persephone, der Frau des Hades, in dieses duftende Kraut verwandelt worden sein, als Strafe dafür, dass sie ihren Ehemann verführt hatte. „Mentha“ bezeichnete im alten Rom kleine aromatische Pflanzen.

Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike, hielt grosse Stücke auf das Kraut und lobte seine magenstärkende und verdauungsfördernde Wirkung, Plinius empfahl sie bei Leibschmerzen und Gallenleiden: „sie stille den Magenschmerz und vertreibe die Eingeweidewürmer“. Aristoteles, ein griechischer Philosoph, erwähnte die Pflanze in seinen Schriften als Aphrodisiakum. 

Wie bei vielen Mittelmeerkräutern brachten die Römer die Minze nach Mitteleuropa. 

Paracelsus lobte ebenfalls die Heilwirkungen der Pflanze. Mönche nutzten das Heilkraut, um ihre Zähne zu reinigen und, um Mäuse von ihren Speisekammern fernzuhalten. Minzen wurden bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts als Heilmittel gebräuchlich  gegen Tuberkulose, Migräne, Brechreiz, Durchfall, Gicht, Atemnot und äusserlich als Umschlag bei Abzessen verwendet.

Siegeszug des durftenden Heilkrauts

Vom Benedektinerabt und Botaniker Walahfrid Strabo, um 808-849, ist folgendes überliefert:

Wenn aber einer die Kräfte, Arten und Namen der Minze vollständig aus dem Gedächtnis nennen könnte, der müsste auch sagen, wie viele Fische wohl im Roten Meer schwimmen.“ (zitiert nach Franziska Rubin, a.a.O., S. 180).

Einen richtigen Siegeszug legte das Heilkraut allerdings erst hin, nachdem der Engländer John Ray eine Pflanze im Garten entdeckte, die unbeabsichtigt aus einer Mischung von verschiedenen Minzen hervorgegangen war. 

Ursprünglich aus Asien stammend, handelt es sich bei Pfefferminze wahrscheinlich um eine Kreuzung aus Wasserminze mit der Grünen Minze. Ray lobte die Pfefferminze als allen anderen Minzen überlegen, was ihre Wirkung bei Magenschwäche und Durchfall beträfe (vgl. Gabriela Schwarz, a.a.O., S. 117).

Im Vergleich zu anderen Minzen enthält Pfefferminze tatsächlich einen viel höheren Mentholgehalt, weshalb sie hauptsächlich medizinisch angewendet wird. Urkundlich wurde Pfefferminze erstmals im Jahr 1696 erwähnt. Krauseminze war schon zu Zeiten des Mittelalters im Gebrauch. Teehäuser und Spitale entdeckten bald nach der Entdeckung der Pfefferminze die heilkräftigen Wirkungen des Pfefferminzöls. Heute ist sie in vielen Genussmitteln wie Schokolade, Kaugummis, Bonbons und Eis zu finden. 

Die krautige Königin der Heilkräuter: Pfefferminze – Robust, duftend und insektenfreundlich

Pfefferminze, lateinisch Mentha poiperita L., gehört zur Familie der Lippenblütler und hat viele Namen: Englische Minze, Gartenminze, Aderminze, Balsam, Edelminze, Peperminte, Schmeckerts oder Teeminze.

Sie entstand im 17. Jahrhundert ohne menschliches Zutun in England, wächst also ursprünglich nicht in der Natur.

Die krautige winterharte Pflanze wächst bis zu einem Meter hoch. Sie ist zwar Flachwurzlerin, bildet aber ein umfangreiches Netz an ober- und unterirdischen Ausläufern. Dadurch kann man sie trotz ihres Dranges, sich zu verbreiten, im Garten gut in Schach halten. Die behaarten Stiele sind wenig verzweigt, die dunkelgrünen länglich-eiförmigen Laubblätter haben eine violette Nervatur. Der Blattrand ist grob gezahnt.

Pfefferminze Heilkraut

Reibt man sie zwischen den Fingern, entströmt ihnen das typische Pfefferminzaroma. Die rosa- bis lilafarbenen Blüten stehen in Ähren und zeigen sich im Juli bis September. Sie sind weissrosa, rosa- bis lilafarben und eine gute Insektenweide.

Für Heilzwecke werden Blüten und Blätter verwendet.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Pfefferminze im Überblick

Der belebende Duft von Pfefferminze ist unverkennbar. Die Pflanze weist eine Fülle von wertvollen Inhaltsstoffen und gesundheitlichen Vorzügen auf.

Die Pfefferminzblätter enthalten bis zu vier Prozent ätherisches Öl, und zwar hauptsächlich das bekannte Menthol, daneben aber auch Methylacetat, Menthon und Menthofuran.  Ausserdem enthalten die Blätter Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Enzyme und Valeriansäure (vgl. Gabriela Schwarz, a.a.O., S. 118)   

Hauptbestandteil von Pfefferminzöl ist Menthol, was der Pflanze den erfrischenden Geschmack und Geruch schenkt. Menthan lindert Schmerzen und Entzündungen. Als Flavonoide ist besonders Rosmarinsäure zu nennen, die antientzündlich, antiviral und antioxidativ wirkt.

Minzen sind reich an Vitaminen wie pflanzliches Vitamin A und C sowie an Mineralstoffen wie Kalium und Eisen. Pfefferminze hilft bei den unterschiedlichsten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen und Übelkeit. Aufgrund des Menthols und der Rosmarinsäure wirkt Pfefferminze entzündungshemmend.

Pfefferminzöl wirkt schmerzlindernd bei Kopf- und Muskelschmerzen sowie Gelenkschmerzen. Pfefferminze hilft bei Atemwegsproblemen wie Husten, Erkältungen und verstopfter Nase.

Positive Wirkungen auf die Gesundheit

Die Pfefferminze enthält als Wirkstoffe vor allem ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe, die lindernd wirken bei Magen-Darmbeschwerden. Ihre Wirkungen sind dabei vielfältig und toppen damit jedes Medikament.

Pfefferminze wirkt spasmolytisch, löst also Krämpfe, indem sie auf die glatte Muskulatur des Magendarmtraktes wirkt. Sie kann Blähungen beheben und die Bildung von Magen-, Gallen- und Verdauungssäften anregen, die Verdauung regulieren und die Entleerung des Magens fördern.

Pfefferminz-Kapseln aus ätherischem Öl helfen beim Reizdarm-Syndrom, die empfindlichen Nervenzellen können sich beruhigen und angestaute Darmgase schonend entweichen. Sogar Kindern ab acht Jahren mit Reizdarmsyndrom kann so geholfen werden.

Das Menthol der Pfefferminze dämpft Schmerzen im Dickdarm. Das Darmmilieu wird verbessert, indem Pfefferminze das Wachstum pathogener Darmbakterien hemmt. 

Ein Dampfbad befreit verstopfte Atemweg. Ein Pfefferminztee erfrischt im Sommer und wärmt im Winter und hilft auch bei Gastritis. Ausserdem wirkt sie antibakteriell, antiviral, sie macht die Atemwege frei, bekämpft erfolgreich schlechten Mundgeruch, wirkt bei Mundschleimhautentzündungen und vertreibt beim Verdampfen des ätherischen Pfefferminzöls Kopfschmerzen.

14 Wirkungen von Pfefferminze auf einen Blick

  1. antibakteriell
  2. antiviral
  3. entkrampfend
  4. entzündungshemmend
  5. appetitanregend
  6. galletreibend
  7. schmerzstillend
  8. pilztötend
  9. lindert Magen-Darm-Problemen
  10. wohltuend bei Erkältung und Grippe
  11. hilfreich bei Kopfschmerzen und Migräne
  12. hilft bei Rheuma
  13. fördert den Schlaf
  14. lindert Regel- und Wechseljahresbeschwerden

So wenden Sie Pfefferminze an

Bei Erkältungen machen Sie ein Dampfbad mit Pfefferminztee oder heissem Wasser mit ein paar Tropfen Pfefferminzöl. Reiben Sie sich mit Pfefferminzöl ein – ein Tropfen ätherisches Minzöl mit einem Teelöffel Kokosöl oder Sesamöl vermischen. Oder nehmen Sie ein Pfefferminzbad mit einigen Tropfen ätherischem Öl oder einem starken Pfefferminztee.

Die ätherischen Öle regen die Bronchien an, so dass Schleim besser abgehustet werden kann.

Wer vom langen Stehen müde Beine hat, kann es auch mit der Kokosöl-Pfefferminzöl-Mischung zum Einreiben probieren, die gleichzeitig beruhigt und erfrischt.

Auch bei Quetschungen, Ekzemen und rheumatischen Erkrankungen hat sich verdünntes ätherisches Pfefferminzöl bewährt.

Pfefferminzöl dient auch als Mückenschutz, vertreibt die kleinen Plagegeister.

Plinius der Ältere empfahl, bei Kopfschmerzen frische Pfefferminzblätter auf die Schläfen zu legen (vgl. Franziska Rubin, a.a.O., S. 186). Bei Spannungskopfschmerzen oder Migräne brauchen Sie in Zukunft nicht mehr Analgetika zurückgreifen, welche Nieren und Leber belasten. Probieren Sie es doch mal mit Pfefferminzöl auf Stirn oder Schläfe aufgetragen. Greifen Sie also bei Kopfschmerzen zu Pfefferminzöl oder trinken Sie Pfefferminztee oder machen Sie beides.

Bei Lippenherpes hat sich im möglichst frühen Stadium Pfefferminzöl bestens bewährt.

Pfefferminzöl steigert sogar die Leistungsfähigkeit von Sportlern.

Die nebenwirkungsfreie Pfefferminze gehört in meinen Augen wegen der Vielfalt der Indikationen und ihrer Wirksamkeit in jede Hausapotheke.

Achtung: ätherisches Öl nicht bei Kindern unter drei Jahren anwenden. Bei Asthma die Anwendung des Öls bitte mit dem Arzt absprechen.    

Ich schätze und konsumiere Bergminze aus Griechenland, biologisch angebaut. Sie wächst hauptsächlich im Raum der nordgriechischen Stadt Thessaloniki als Medizinalpflanze. Der Name setzt sich aus „Kali“, was „gut“ heisst, zusammen und „Minthi“, Minze, was zusammen „gute Minze“ heisst. Thessaloniki ist berühmt für die ältesten Märkte im östlichen Mittelmeerraum mit Schwerpunkt ethnobotanische Tradition.

Die Bergminze gilt seit alters her als besonders heilkräftig und wird sowohl innerlich als Teezubereitung als auch äusserlich in Form von Waschungen verwendet. Die Pflanze wächst auf kargen steinigen Böden in sonnigen Bergregionen Griechenlands und weist daher besonders viele gesundheitlich bedeutsame Inhaltsstoffe wie Polyphenole auf. Griechische Bergminze ist besonders reich an antioxidativen Flavonoiden, darunter Quercetin, Luteolin und Apigenin.

Frische Vielfalt: Wie Minze Ihre Küche bereichert

Ernten Sie die Blätter der pflegeleichten Pflanze vor der Blüte, weil sie sonst bitter schmecken.

In der arabischen Küche ist die marokkanische Minze omnipräsent, Minztee ist in Marokko Nationalgetränk. Kleingeschnittene Minze lässt sich gut mit Zitronensaft, Wasser und Ahornsirup zu einer leckeren Sosse mischen, die gut zu Kartoffelgerichten wie Brat- und Backkartoffeln passt. Minze schmeckt gut auf Kartoffel- und Süsskartoffelstampf, in Salaten oder in grünen Smoothies. In der indischen Küche – und Ayurvedalehre – spielt Pfefferminze ebenfalls eine grosse Rolle. Wenn Sie Anregungen brauchen, ist daher ein indisches oder arabisches Kochbuch eine gute Inspirationsquelle. 

Minzen bringen nicht nur geschmacklich Pepp in die Küche, sondern sind auch gesundheitlich ein echter Mehrwert. Ihre gesundheitlichen Vorzüge sind breit gefächert und beachtlich.

Vielleicht möchten Sie in Zukunft der Pfeffer- oder Bergminze mehr Raum in Ihrer Hausapotheke und Küche einräumen. Wenn Sie eine Pfefferminzpflanze auf der Fensterbank haben, vertreiben Sie mit ihrem Aroma lästige Insekten und geniessen die einfachste Form von Aromatherapie.  

Pfefferminzöl und seine heilenden Kräfte: Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine sehr gute Übersicht über die pharmakologischen Wirkungen von ätherischem Pfefferminzöl liefert die Übersichtsstudie von Nataliia Hudz und anderen („Mentha piperita: Essential Oil and Extracts, Their Biological Acitities, and Perspectives on the Development of New Medicinal and Cosmetic Products“, (2023), Molecules 2003, 28, 7444).

Pfefferminzöl gehört zu den bedeutendsten ätherischen Ölen in der Pharmazeutischen und Kosmetik-Industrie, die Studienlage ist daher fast überwältigend. Cremes mit Pfefferminzöl verkürzen die Heilungsdauer bei Hautverletzungen. Pfefferminzöl hat nicht nur eine antientzündliche Wirkung, sondern auch eine antivirale gegenüber Herpes-simplex-Viren Typ 1 und 2 sowie HIV-Virionen. Carvon und Carvacrol im ätherischen Pfefferminzöl verhinderte zu 50 Prozent die Infektion durch SARS-CoV-2-Viren (vgl. S. C. Zeljkovic u.a., „Antiviral activity of selected Lamiaceae essential oils and their monterpenes against SARS-CoV-2“, (2022), Front. Pharmacol. 13).

Sowohl das Wachstum von gram-positiven als auch gram-negativen Bakterien werden erfolgreich gehemmt. Das Öl wirkt auch gegen Bakterien, die Akne verursachen, und die Forscher schlagen daher vor, Anti-Akne Medikamente damit zu entwickeln. Auch gegen Pilze wie Cancida albicans ist Pfefferminzöl wirksam. 

Blutzucker, Cholesterin und BMI im Griff: Wie Pfefferminzöl hilft

Ich beziehe mich wieder auf die oben genannte Übersichtsstudie von N. Hudz u.a.. Pfefferminzöl stellt einen potenten Herzschurz dar. Fünfundzwanzig Erwachsene zwischen achtzehn und fünfundvierzig Jahren bekamen zwei Mal täglich einen Pfefferminzsaft über dreissig Tage hinweg. Der Blutzuckerspiegel war danach bei 41,5 Prozent der Probanden gesunken, der Cholesterinspiegel um 66,9 Prozent, bei 52% der Probanden war der HDL- Spiegel höher, und bei 52,5% war der Blutdruck gesunken, 43,8 Prozent hatten erwünscht Gewicht verloren, und 48,7% zeigten einen geringeren Body Mass Index BMI (vgl. ebd.).

Ätherisches Pfefferminzöl verbesserte die kognitive Leistungsfähigkeit bei gesunden Erwachsenen während schwerer Aufgaben und verringerte ihre mentale Ermüdung, die typischerweise nach solchen hohen Anforderungen eintritt (vgl. ebd.).

Pfefferminzöl verbessert Sauerstoffversorgung und Ausdauer: Wissenschaftliche Studien bestätigen Leistungsschub

Eine Studie von B. Raudenbush u.a. hatte ergeben, dass ätherisches Pfefferminzöl als Aromatherapie sogar die Leistungen von Profisportlern signifikant verbessert (B. Ruadenbush u.a., „Enhancing athletic performance through the administration of peppermint odor“, (2001), Journal of Sport and Exercise Psycholgoy, 23, 156-160).

Die Autoren vermuten, dass die Leistungssteigerung mit einer verbesserten Stimmung und daraus folgend ein anderes Motivationsniveau zu erklären ist. Eine Studie aus dem Jahr 2020 bestätigte dies Ergebnis (vgl. A. Meamarbashi u.a., „The effects of peppermint on exercise performance“, (2020), Journal oft he International Society of Sports Nutrition, 10(1)).

Eine verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns, eine vertiefte Atmung und eine Verringerung des Laktat-Niveaus wurde von den Forschern als Ursache der Leistungssteigerung betrachtet. Die Sportler waren weniger schnell erschöpft und hatten mehr Kraft und Ausdauer. 

Studie: Pfefferminzöl so wirksam wie Paracetamol bei Kopfschmerzen, aber ohne Nebenwirkungen

Bei Spannungskopfschmerzen, der häufigsten Kopfschmerzart, erwies sich Pfefferminzöl mit Schmerzmitteln ebenbürtig, aber ohne Nebenwirkungen (vgl. C. Herberhold, „Spannungskopfschmerz: Pfefferminzöl ist anderen Analgetika ebenbürtig“, Dtsch Ärztebl 1996; 93(23)).

Menthol zeigt eine lokal anästhesierende Wirkung. Die streng kontrollierte klinische Studie wurde mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert. Die Prüfung erfolgte bei 164 Kopfschmerzepisoden. Das Öl wurde grosszügig auf Stirn und Schläfen verteilt und erwies sich als ebenso wirksam wie Paracetamol.

Bereits nach fünfzehn Minuten trat bei den mit Pfefferminzöl behandelten Patienten eine lindernde Wirkung ein, die sich in den nächsten fünfundvierzig Minuten noch steigerte. Vierundfünfzig Prozent der Kopfschmerzformen gehören zum Spannungstyp. Dr. Harmut Göbel, Universität Kiel und Forschungsleiter: „Diese Kopfschmerzform kann das berufliche und soziale Leben komplett zerstören.“ (ebd.)“

Sogar bei Migräne erwies sich Pfefferminzöl als wirksam (vgl. A. B. Haghighi u.a., „Cutaneous application of menthol 10% solution as an abortive treatment of migraine without aura: a randomised, double-blind, placebo-controlled, crossed-over study“, (2010), International Journal of Clinical Practice/ Volume 64, Issue 4/ p.451-456). Fast vierzig Prozent der Patienten waren nach zwei Stunden schmerzfrei, und die Begleitsymptome von Migräne wie Lichtempfindlichkeit und Übelkeit gingen wesentlich starker zurück als in der Placebo-Gruppe. 

Reizdarmsyndrom? Pfefferminzöl zeigt beeindruckende Erfolge bei Krämpfen und Schmerzen

Pfefferminzöl kann die Symptome eines Reizdarms verbessern wie Krämpfe und Schmerzen (vgl. N. Alammar u.a., „The impact of peppermint oil on the irritable bowel syndrome: a meta-analysis of the pooled clinical data“, (2019), Complermentary and Alternative Medicine 82019) 19:21).

Die Übersichtsstudie überprüfte Studien mit insgesamt 835 Erwachsenen Patienten. Die Symptome der Pfefferminzöl-Gruppe wie Bauchschmerzen nahmen um durchschnittlich dreiundvierzig Prozent ab, Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Eine Studie mit zweiundvierzig Kindern ab acht Jahren mit Reizdarmsymptom ergab, dass die Bauchkrämpfe und damit zusammenhängende Bauchschmerzen in der Pfefferminz-Gruppe, die eine Kapsel mit Pfefferminzöl bekamen, signifikant zurückgingen. Neunundzwanzig Prozent der Kinder fühlten sich nach zwei Wochen „besser“, zweiundvierzig Prozent sogar „viel besser“ (R. M. Kline u.a., „Enteric-coatd, pH-dependent peppermint oil capsules for the treatment of irritable bowel syndrome in children“, (2001), J Pedatr 2001; 138:125-8).

Dyspepsie natürlich behandeln: Pfefferminzöl verbessert Magenbeschwerden und steigert Wohlbefinden

Pfefferminzöl hatte eine symptomlindernde Wirkung bei Patienten mit Dyspepsie. Dabei ist die Magenbewegung vermindert und der Magensaft verändert. Es wurde eine Abnahme der Schmerzen um vierzig Prozent, dreiundvierzig Prozent weniger Druck- und Völlegefühl beobachtet und eine Verbesserung des Allgemeingefühls um siebenundsechzig Prozent gegenüber der Placebogruppe (vgl. D. L. McKay u.a., „A Review of the Bioactivity and Potential Health Benefits of Peppermint Tea (Menta piperita L.), (2006), Phytotherapy Research 20, 619-633).     

Literatur

Wolf-Dieter Storl, „Pflanzen der Kelten. Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender“, AT-Verlag, Aarau/Schweiz, 6. Auflage 2009

Steffen Guido Fleischhauer u.a., „Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen“, AT-Verlag, 13. Auflage 2022

Franziska Rubin, „10 Kräuter gegen 100 Krankheiten“, Goldmann-Verlag, München 2023

Autorin Barbara Simonsohn

Barbara Simonsohn

Barbara Simonsohn (Jahrgang 1954) studierte Sozialwissenschaften und schloss ihr Studium als Politologin ab. Zehn Jahre hintereinander war sie in der Findhorn-Gemeinschaft in Schottland, wo sie nicht nur im Garten mitarbeitete, sondern auch einige ganzheitliche Heilmethoden lernte.

Sie ist Ernährungsberaterin, Expertin für “Super-Foods”, Reiki-Ausbilderin und Autorin zahlreicher Bücher.

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