Heilkunde

Mistel – Die vielseitige Heilpflanze mit uralten Wurzeln

Mistel - Die vielseitige Heilpflanze mit uralten Wurzeln

Mistel: Eine Pflanze mit beeindruckendem Heilpotenzial

Von Ursula Anderhalden

Der botanische Name der Mistel, *Viscum album*, leitet sich von “Viscum” ab, was “Leim” bedeutet. Die Römer stellten aus dem klebrigen Schleim der Mistelbeere Vogelleim her, der beim Vogelfang zum Einsatz kam.

Andere Namen sind Donarbesen, Drudenfuss, Gespensterrute, Hexenbesen, Leimmistel, Marenzacken und Vogelmistel.

Vom kugelförmigen Parasiten zur Heilpflanze mit Tradition

Die Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer, der hauptsächlich auf Laubbäumen wächst. Am häufigsten werden Bäume mit weichem Holz wie Pappeln und Weidenarten befallen. In der Regel entzieht die Mistel ihrem Wirtsbaum nur so viel Wasser und Nährstoffe, dass dieser noch genug zum Leben hat – schliesslich würde sie sonst sprichwörtlich den Ast absägen, auf dem sie sitzt.

Sie bildet kugelförmige Büschel aus gelbgrünen, ledrigen Blättern und glänzenden, weissen Beeren. 

Mistel-Kugeln in Bäumen

Die Pflanze hat einen charakteristischen, leicht klebrigen Schleim, der dazu beiträgt, dass sich ihre Samen auf Baumzweigen festsetzen können. Schon seit der Antike wird die Mistel als natürliches Heilmittel gegen Schwindel und epileptische Anfälle eingesetzt. In der modernen Medizin findet der Saft unter anderem als Rohstoff für blutdrucksenkende Präparate Verwendung. In der freien Natur vermehrt sich die Mistel durch Vögel. Diese fressen die Früchte und Samen landen mit dem Kot auf dem Wirtsbaum.

Alle Teile der Mistel sind leicht giftig und nicht für den Verzehr geeignet!

Die Mistel in keltischen Ritualen bis hin zum heutigen Weihnachtssymbol der Liebe

Die Mistel ist in verschiedenen Mythologien und kulturellen Traditionen tief verwurzelt und hat auch symbolische Bedeutungen.

In der keltischen Mythologie galt sie als heilige Pflanze und wurde mit Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Schutz in Verbindung gebracht. Die Druiden, keltische Priester, glaubten, dass die Mistel magische Kräfte hatte und haben sie während bestimmter Rituale geschnitten.

In einigen keltischen Traditionen wurde die Pflanze als Liebeszauber verwendet. Paare, die sich unter einem Mistelzweig küssten, sollten Glück und Fruchtbarkeit erfahren.

Küssen unter dem Mistelzweig bringt Glück und Fruchtbarkeit

In der römischen Mythologie galt die Mistel als Symbol für Frieden und Liebe. Während des Festes “Saturnalien” im antiken Rom wurde unter einem Mistelzweig Frieden geschlossen und Versöhnung geübt. In der germanischen Folklore galt die Mistel als Schutzmittel gegen böse Geister. Sie wurde auch in Heilungsritualen und bei Fruchtbarkeitszaubern verwendet.

Die Verbindung zwischen Mistel und Weihnachten hat auch einen mythologischen Ursprung. Es wurde geglaubt, dass die Mistel während der kalten Wintermonate besondere Kräfte besitzt, um Liebe und Glück zu verbreiten.

Daher hat sich der Brauch entwickelt, sich unter einem Mistelzweig zu küssen, was als Zeichen der Zuneigung und des Friedens betrachtet wird.

Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Immunsystem-Stärkung bis zur Krebstherapie: Mistel in der alternativen Medizin

Die Mistel hat eine breite Palette von Anwendungsgebieten in der traditionellen Medizin, in der Naturheilkunde sowie in einigen alternativen Therapieansätzen:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen 

Die Mistel wird traditionell zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit eingesetzt. Einige Menschen nehmen Mistelpräparate ein, um den Blutdruck zu regulieren oder um die Durchblutung zu verbessern.

Immunsystem-Stärkung 

Die Mistel wird oft verwendet, um das Immunsystem zu stärken. Es wird angenommen, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Mistel die Immunantwort des Körpers verbessern können, insbesondere bei Menschen, die anfällig für häufige Infektionen sind.

Krebstherapie

In der anthroposophischen Medizin wird die Mistel als Begleittherapie bei bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt. Hierbei sollen Mistelpräparate helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Verträglichkeit von konventionellen Krebstherapien zu unterstützen.

Rheumatoide Arthritis

Einige Menschen verwenden Mistelpräparate zur Linderung von Symptomen bei rheumatoider Arthritis. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Mistel können dabei eine Rolle spielen.

Hauterkrankungen

Äusserlich angewendet kann die Mistel bei einigen Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Hautausschlägen helfen. Hierzu werden oft spezielle Salben oder Cremes mit Mistelzusätzen verwendet.

Menstruationsbeschwerden

Einige Frauen setzen Mistelpräparate ein, um Menstruationsbeschwerden zu lindern. Die entspannende Wirkung kann Krämpfe mildern und das allgemeine Wohlbefinden während der Menstruation verbessern.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Mistel nicht als Ersatz für konventionelle medizinische Behandlungen betrachtet werden sollte. Bevor man Mistelpräparate anwendet, ist es ratsam, einen Arzt oder einen Naturheilkundigen zu konsultieren, insbesondere wenn bereits bestehende gesundheitliche Probleme vorliegen oder andere Medikamente eingenommen werden.

Mistelpräparate richtig anwenden und sicher geniessen

Auf dem Markt sind diverse Mistelpräparate erhältlich. Lassen sich von einem Apotheker oder Drogisten beraten.

Misteltee

In Apotheken und Drogerien ist getrockneter Misteltee erhältlich. Zur Herstellung gilt folgendes zu beachten:

Da die Mistel über schwach giftige Inhaltsstoffe verfügt, darf diese Heilpflanze nicht gekocht werden. Ansonsten lösen sich die darin enthaltenen Gifte im heissen Wasser. Ausserdem verringert sich durch das Erhitzen die heilsame Wirkung der Mistel.

💧 Setzen Sie Misteltee immer kalt an!
🥄 Geben Sie 1-2 Teelöffel getrocknetes Mistelkraut in 250 ml kaltes Wasser.
🌜 Lassen Sie das Gemisch etwa 12 Stunden lang über Nacht kalt stehen.
👉🏻 Seihen Sie es gründlich ab, damit keine Reste zurückbleiben.
🌞 Erwärmen Sie den Tee leicht vor dem Genuss.
👆🏻 Achten Sie darauf, dass der Sud nicht kocht.
👍🏻 Trinken Sie täglich nicht mehr als 1-2 Tassen Misteltee.

Misteltee

In empfohlenen Mengen ist der Konsum von fertigem Misteltee sehr sicher und in den meisten Fällen gut bekömmlich. Ein bis zwei Tassen Tee am Tag sind ungefährlich und führen in der Regel nicht zu Nebenwirkungen. Verzehrt man jedoch mehr oder verträgt das Kraut grundsätzlich nicht gut, kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopf- und Magenschmerzen sowie allergischen Reaktionen kommen.

Schwangere sollten den Konsum von Misteltee ganz vermeiden oder nur nach Absprache mit einem Frauenarzt konsumieren, da er das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen kann.

Ebenso sollten Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, vor dem Verzehr ihren behandelnden Arzt nach möglichen Wechselwirkungen fragen.

Autorin Ursula Anderhalden

Ursula Anderhalden - Dipl.Phytotherapeutin Pflegefachfrau HF

Ursula Anderhalden ist Dipl. Phytotherapeutin, Dipl. Pflegefachfrau HF und hat diverse Aus- und Weiterbildungen in der Aroma-Massage, Osmologie, Bachblüten und viele mehr.

Webseite

Heilkunde Newsletter

Treten Sie dem Heilkunde Universum bei

Möchten Sie kostenlose Tipps für einen gesunden Lebensstil und exklusive Produktempfehlungen? Dann melden Sie sich hier zu unserem Newsletter an und erhalten Sie als Willkommensgeschenk einen Heilkunde Artikel: