Heilkunde

Ist die An­ti­ba­by­pil­le schädlich?

Ist die An­ti­ba­by­pil­le schädlich?

Ist die An­ti­ba­by­pil­le schädlich?

Als offizielles Verhütungsmittel kam die Antibabypille 1960 auf den Markt und wurde damals als sexuelle Selbstbestimmung der Frau gefeiert. Doch heutzutage hat sie für viele Frauen einen negativen Beigeschmack. Die Antibabypille gehört zwar zu den sichersten Verhütungsmitteln überhaupt, doch die Fassade der ach-so-tollen-Pille beginnt zu bröckeln. Warum viele Frauen und zunehmend auch bereits jüngere nach alternativen Verhütungsmitteln suchen und welche es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Einfach, unkompliziert und sicher. Das sind die Kriterien nach denen die Frau ihre Verhütungsmethode aussucht. Natürlich kommt der Antibabypille bei diesen Kriterien eine besondere Bedeutung zu. Wenn man die Pille täglich zur gleichen Uhrzeit einnimmt und auch sonst ein paar wichtige Spielregeln beachtet, ist eine ungewollte Schwangerschaft praktisch ausgeschlossen.

Was im Körper der Frau bei der täglichen Pilleneinnahme passiert

Die Pille enthält künstlich hergestellte Hormone Östrogene und Gestagene und wird einmal täglich eingenommen.

Der ursprüngliche Gedanke zur Pille ist schon mehr als einhundert Jahre alt. Ludwig Haberlandt, einer der damaligen führenden Hormonforscher weltweit, verdeutlichte die Ausgangsidee 1919 an einem einfachen Beispiel: «Wenn man nicht will, dass ein Fuhrwerk zu einem Parkplatz vordringt, der bereits belegt ist, dann versperrt man ihm den Weg. »

Was demnach im Körper einer Frau ablaufen muss, um eine Schwangerschaft zu verhindern, ist eindeutig: Hormone müssen dafür sorgen, dass der Weg in die Gebärmutter für Eizelle und Spermien unpassierbar ist.

So nimmt die Frau täglich mit der An­ti­ba­by­pil­le einen Überschuss an Östrogen und Gestagen zu sich und täuscht damit dem Körper eine Schwangerschaft vor. Ganze 21 Tage pro Monat täuscht «Frau» dem Körper eine Schwangerschaft vor! Gleichzeitig wird die Eireifung, der Eisprung und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt.

Wieso die Antibabypille als gefährlich gilt 

Kein Wunder, dass die Ausgangsidee von Professor Haberlandt heftig angegriffen wurde und ihm «Verbrechen gegen ungeborenes Leben» vorgeworfen wurde. Die Idee wurde vorerst also aufs Eis gelegt.

In den 1950er-Jahre wurde sie durch die Amerikanerin Margaret Sanger, eine Vorkämpferin für Geburtenkontrolle, und die Millionärin Katherine McCormick neu belebt: 1957 kam die Pille schlussendlich auf den US-Markt. 1961 war sie unter dem Namen “Anovlar” auch in der Schweiz erhältlich.

Es ist schon erschreckend, wenn man denkt, dass Frauen bei mehrjährigen Pilleneinnahme mehr «schwanger» sind, als dass sie einen natürlichen Zyklus haben. Nun haben wir uns bloss einmal mit der Wirkungsweise der Pille befasst – mögliche Nebenwirkungen, wie u.a. Krebs, Bluthochdruck und Fruchtbarkeitsstörungen – sind einmal aussen vorgelassen. Und wir merken jetzt schon, wie sich der negative Beigeschmack ausweitet. 

Die Antibabypille ist ein Medikament und wie alle Medikamente, hat auch sie Nebenwirkungen. Warum also ein Medikament nehmen, wenn man nicht krank ist? Sollte man als Frau nicht einfach ganz normal seinen Zyklus haben? Will man überhaupt täglich Hormone nehmen und in den natürlichen Hormonhaushalt eingreifen?  Letztendlich sind es Hormone, die machen, dass Frauen Frauen sind und Männer Männer.

Alternativen zur An­ti­ba­by­pil­le

Es gibt zwei Gründe, warum Frauen die Antibabypille als Verhütungsmethode nutzen: Entweder wissen sie nicht Bescheid über die Wirkung der Pille in ihrem Körper oder sie kennen keine alternative Verhütungsmethode. Von wo auch? Selten haben Frauenärzte die Zeit, die junge Frau darüber aufzuklären, wie verschiedene Verhütungsmethoden im Körper wirken. Zeit ist Geld – deshalb ist es leichter und schneller, Antibabypillen zu verschreiben.

Würden wir eine Umfrage starten, welche Frau aufgeklärt worden ist, was die Pille in ihrem Körper «anstellt», stünden wir vor der erschreckenden Tatsache, dass die Allerwenigsten wüssten, dass ihnen jeden Monat eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird! Schon klar, ist der Körper verwirrt, wenn es dann mal zu einer tatsächlichen Schwangerschaft kommen sollte.

Grundsätzlich wird sowieso «viel zu viel» verhütet. Denn wir wissen: Für eine Schwangerschaft muss Sperma eine Eizelle befruchten. Die Eizelle ist pro Monat nur an einem Tag fruchtbar (Eisprung)! Allerdings kann das Sperma für 5 Tage im Gebärmutterhals überleben. Deshalb sind es genaugenommen 6 Tage pro Zyklus, an denen die Frau überhaupt schwanger werden kann. Warum also für 21 Tage ein Medikament schlucken, wenn das Risiko schwanger zu werden, bloss an 6 Tagen im Monat besteht?

Mechanische Verhütungsmethoden ohne Hormone

Wir stellen dir nun einige alternative Verhütungsmethoden vor, wobei wir uns auf hormonfreie Verhütungsmethoden beschränken. Schlussendlich greifen von aussen, künstlich zugesetzte Hormone immer in den eigenen, natürlichen Hormonhaushalt ein, welcher es nicht zu unterdrücken, sondern vielmehr zu unterstützen gilt.

Die Kupferspirale

Kupferspiralen werden vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter eingesetzt und können dort je nach Modell drei bis zehn Jahre bleiben. Die Kupferspirale gibt geringe Mengen an Kupferionen ab, wodurch Spermien in ihrer Beweglichkeit gehemmt und ihre Lebensdauer gekürzt werden. Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich dabei so, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

Die Monatsblutung kann durch die Kupferspirale stärker ausfallen. Auch klagen viele Frauen über stärkere Schmerzen. In den ersten Wochen nach dem Einlegen ist auch das Infektionsrisiko leicht erhöht.

Das Kondom

Wer kennt es nicht? Die hauchdünne Latexhülle wird über den Penis gezogen. Wenn es richtig passt, bietet es zuverlässigen Schutz. Nicht nur vor einer Schwangerschaft. Es schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wichtig ist, dass beim Kondomkauf die verschiedenen Grössen beachtet werden und die passende verwendet wird.

Das Diaphragma

Wie die Kupferspirale und das Kondom gehört auch das Diaphragma zu den mechanischen Verhütungsmethoden. Das Diaphragma wird in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. Dies geschieht bereits 2 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr und wirkt als Barriere, die das Zusammentreffen von Eizelle und Spermien verhindert. Frühestens 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wird das Diaphragma wieder entfernt. Der genaue Sitz vom Diaphragma ist entscheidend für die Sicherheit.

Antibabypille ade! Welche natürliche Verhütungsmethoden gibt es?

Zur natürlichen Verhütung zählen alle Verhütungsmethoden, die ohne Hormone, Chemie oder Eingriffe in den weiblichen Körper auskommen. Wenn diese Verhütungsmethode zur Anwendung kommt ist es wichtig, dass die Frau ihren Zyklus kennt und weiss wann die unfruchtbaren und fruchtbaren Tage sind.

Die Stimmung, Ausfluss und die Körpertemperatur zu beobachten können helfen herauszufinden, an welcher Stelle die Frau sich in ihrem Zyklus du gerade befinden. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um 0.2 bis 0.5 Grad an. Jeden Morgen nach dem Aufstehen wird zur gleichen Zeit, an der gleichen Stelle die Körpertemperatur gemessen.

Bei der Zervixschleimmethode wird regelmässig der Zervixschleim am Scheideneingang beobachtet. Dessen Konsistenz geben Anzeichen für den Eisprung.  An den fruchtbaren Tagen ist er dünnflüssig und klar. Zur Unterstützung gibt es Apps und Temperaturcomputer, welche die Messergebnisse auswerten und so die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen.

Die sympto-thermale Methode gilt als sicherste Methode der natürlichen Familienplanung, weil bei ihr die Temperaturmessung mit der Auswertung des Zervixschleims kombiniert wird.

Beim Coitus interruptus soll durch rechtzeitiges Zurückziehen verhindert werden, dass der Samenerguss in die Scheide gelangt. Das ist wohl die einfachste Methode, doch bedarf sie ein gutes Körperempfinden des Mannes.

Soll deine Verhütung nur bequem oder vor allem gesund sein?

Diese alternativen Verhütungsmethoden sind wahrscheinlich nicht so «bequem», wie die Verhütung durch die Antibabypille, bei welcher es mit der Pilleneinnahme getan ist. Insbesondere bei den natürlichen Verhütungsmethoden muss sich die Frau mit ihrem Körper und den darin ablaufenden weiblichen Vorgängen intensiv auseinandersetzen und lernen zu verstehen, welche Prozesse im Körper wann ablaufen.

Monat für Monat bereitet sich der weibliche Körper auf eine potenzielle Schwangerschaft vor. Wenn man weiss, wie viel Energie, dass es den Körper kostet und welch hochkomplexen Abläufe ablaufen, um neues Leben schenken zu können, wird man vielleicht mit Blick auf die «verteufelte» Menstruation demütiger. Viel zu oft wird die Menstruation von den Frauen verflucht – steht sie doch sinnbildlich für Gesundheit und Fruchtbarkeit!

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