Immunabwehr: Ein mächtiger innerer Verbündeter für unsere Gesundheit
Wusstest du, dass die Immunabwehr sich hauptsächlich in den ersten 3 Lebensjahren entwickelt? In dieser Zeitspanne lernt unser Körper, mit verschiedenen Erregern umzugehen und eine starke Immunität aufzubauen.
Viele Menschen ahnen nicht, dass sie sich in Bezug auf ihre Gesundheit auf einen mächtigen inneren Verbündeten verlassen können. Denn unser Wunderwerk Körper verfügt über ein ausgeklügeltes Heilungssystem und eine gut sortierte innere Apotheke, die im Zusammenspiel eine beeindruckende Immunität gegen Krankheiten gewährleisten.
In der heutigen auf Wissenschaft, Technologie und Pillen orientierten Medizin wird das innere Selbstheilungspotential immer noch vergessen und vernachlässigt. Gleichzeitig ahnen viele Menschen nicht, dass sie sich in Bezug auf ihre Gesundheit auf einen mächtigen inneren Verbündeten verlassen können. Denn unser Wunderwerk Körper verfügt über ein ausgeklügeltes Heilungs- und Abwehrsystem und eine gut sortierte innere Apotheke.
Die unsichtbaren Kämpfer: Die Abwehr des Immunsystems gegen Mikroorganismen
Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass sie inmitten Millionen feindlicher Mikroorganismen leben. Öffnet man zum Beispiel in einem Labor eine sterile Zellkultur und setzt sie unseren normalen Umweltbedingungen aus, so wird sie schon in kürzester Zeit von den verschiedensten Keimen besiedelt, die sich dann eifrig vermehren.
Doch unser Körper wird von diesem Schicksal verschont, obwohl ein Heer von Viren, Bakterien, Pilzen und Einzellern nur darauf wartet, inmitten unserer 100 Billionen Zellen ideale Lebensbedingungen zu finden. Denn unser Körper lebt mit diesen ungebetenen Gästen von Beginn an in friedlicher Koexistenz.
Dank der unbemerkten und effizienten Arbeit unseres Immunsystems werden sie in Schach gehalten- solange – und das ist ganz entscheidend – seine Widerstandskraft nicht geschwächt ist.
Eine gute Immunabwehr will gelernt sein
Das unspezifische Immunsystem schützt uns von Geburt an vor Keimen und Fremdkörpern und wird deswegen auch angeborene Immunität genannt. Der Babybauch bietet dem Baby während der Schwangerschaft einen geschützten Raum.
Die Plazentaschranke und der Mutterkuchen (Plazenta) sorgen dafür, dass Krankheitserreger das Baby während der Schwangerschaft nicht erreichen. Über die Plazenta werden dem Baby sogenannte Immunglobuline G, bestimmte Antikörper, mitgegeben. Wenige Wochen vor der Geburt intensiviert sich der Transfer von Antikörper über das mütterliche Blut an das Kind und der aktuelle Immunstatus der Mutter wird auf das Kind übertragen.
Diese wertvollen Antikörper über das Blut der Mutter helfen dem Baby in seinen ersten Lebensmonaten mit den auf ihn einwirkenden Krankheitserregern umzugehen. Mit der Trennung der Nabelschnur wird der Transfer mütterlicher Antikörper abgebrochen. Meistens wird die Nabelschnur gleich nach der Geburt abgeklemmt, wobei es fraglich erscheint, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht. Ein länger dauernder Blut- und Nährstoffaustausch zwischen Kind und Plazenta stärken die Immunabwehr des Kindes.
Das frühzeitige Durchtrennen der Nabelschnur kann deshalb durchaus kritisch betrachten werden. Sobald das Baby auf der Welt ist, wird es mit Bakterien, Viren und Keimen konfrontiert. Ohne die passive Immunisierung (Nestschutz) wäre das Baby nicht lebensfähig. Sein Immunsystem ist zum Zeitpunkt der Geburt noch ein unbeschriebenes Blatt. Es muss erst lernen, Krankheitserreger zu erkennen und wirksam zu bekämpfen.
Stärkt eine natürliche Geburt die Immunabwehr des Kindes?
Einfluss der Geburtsmethode auf die Immunabwehr des Kindes
Wie stark das Immunsystem vom kleinen, neugeborenen Geschöpf ist, hängt unter anderem mit der Geburtsmethode zusammen. Bei einem Kaiserschnitt fehlen wichtige natürliche Reize für den Organismus des Babys. Das kann nicht nur in den ersten Lebenswochen zu Gesundheitsproblemen führen, sondern auch ein Risiko für das spätere Leben mit sich bringen.
Der Darm vom Baby im Mutterleib ist noch frei von Keimen, er ist sozusagen steril. Erstmals kommt der kleine Organismus bei der Geburt mit Keimen seiner Umgebung in Berührung. Bereits während das Baby den Geburtskanal passiert, kommt es mit nützlichen Mikroben der Darm- und Vaginalflora der Mutter in Kontakt. Dieser Erstkontakt mit den mütterlichen Mikroorganismen ist elementar für die Entwicklung des Immunsystems des Kindes!
Das Baby wird bei der Geburt einem enormen Druck ausgesetzt. Dieser «Geburtsstress» ist alles andere als schädlich. Durch diese intensive «Massage», wird die Lungenflüssigkeit – ähnlich einem Schwamm – ausgedrückt und es werden Hormone und Botenstoffe ausgesendet, welche die Reifung der Organe begünstigen.
Eine natürliche Geburt bietet dem Baby ein «erstes Kennenlernen» mit nützlichen Darmbakterien, unterstützt damit die Entwicklung des Immunsystems und fördert die Reifung der Organe. Neben dem Immunschutz, welcher das Kind im Mutterleib und beim natürlichen Geburtsprozess erhält, übernimmt auch Stillen eine zentrale Rolle bei Bildung eines starken, effektiven Immunsystems.
Somit ist ein gestilltes Kind gewappneter gegen äusserliche Angriffe durch Viren und Bakterien und kann diese nachhaltig bekämpfen. Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe und Antikörper in der richtigen Qualität und Menge, die das Baby für sein gesundes Gedeihen braucht. Sie passt sich den wachsenden Nahrungsbedürfnissen des Babys während seiner Entwicklung ständig an und bietet somit die optimale Nahrung für das Baby.
Erworbene Immunität: Das Immunsystem nach dem Abbau mütterlicher Abwehrstoffe
Diese Immunantwort wird im Laufe des Lebens erworben. Sind die mütterlichen Abwehrstoffe abgebaut, ist das Immunsystem des Babys auf sich allein gestellt. Es muss selbstständig Antikörper produzieren und sich die charakteristischen Eigenschaften diverser Erreger merken, damit es im Ernstfall richtig reagieren und die passenden Abwehrstoffe bilden kann.
Ärzte sprechen dabei vom ”žimmunologischen Gedächtnis“, dem Erinnerungsvermögen des Immunsystems. Dadurch behält unser Körper den ersten Kontakt mit Keimen in Erinnerung und kann bei weiteren Infektionen schneller darauf reagieren. Die spezifische oder erworbene Immunabwehr hat eine grosse Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen oder veränderten Krankheitserregern.
Übertriebene sterile Bedingungen im Kindesalter können die Entwicklung des Immunsystems stören und damit zu Allergien, Asthma und Autoimmunerkrankungen führen. Besonders in der heutigen Zeit in welcher wieder Mikroben besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und Hygienesprays, Desinfektionsgels oder antibakterielle Waschmittel überall anzutreffen sind, ist es wichtig zu wissen, welchen Einfluss diese ”žSchutzmittel“ auf unser Immunsystem, aber insbesondere auf das sich noch entwickelnde Immunsystem von Kindern haben. Denn gerade bei der Ausbildung des Immunsystems spielen Keime eine wichtige Rolle und sind deshalb für Kinder besonders wichtig.
Risiken steriler Umgebungen für das Immunsystem
Für viele Menschen ist keimfrei ein Synonym für sauber und gesund. Seit der Corona-Ära wollen wieder mehr Menschen auch ihr Zuhause möglichst keimfrei machen. Sie waschen ihre Kleider mit Hygienewaschmitteln, reiben sich die Hände mit Hygienegels ein und desinfizieren täglich Küchenablagen, Türgriffe Kinderspielzeuge oder sogar Schoppenflaschen.
Diese übertriebene Hygiene im Alltag kann anstatt die ihm zugeschriebene Aufgabe – den Körper zu schützen – sogar krankmachen! Denn werden wir krank, so haben wir oftmals nicht einen Erreger neu eingefangen, sondern unsere Widerstandskraft verloren. Viele Erreger von Infekten lassen sich nämlich das ganze Jahr über im Rachenraum nachweisen, ohne dass sie den geringsten Schaden anrichten.
Wir sind also keine hilflosen Opfer, die einer feindlichen Umwelt mit Tausenden von mehr oder weniger bedrohlichen Erregern und Krankheiten schutzlos ausgeliefert sind.
Werden wir krank, so hat dies auch etwas mit uns und unseren Einstellungen zum Leben zu tun – ein Zusammenhang, vor dem viele Menschen am liebsten die Augen verschliessen. Die Art, wie wir leben, essen, denken und fühlen, kann uns krank machen. Sie kann uns aber ebenso vor Krankheit beschützen und die Qualität unserer Gesundheit verbessern.