Heilkunde

Giersch – So hilft das Wildkraut bei Rheuma und Gicht

Giersch - So hilft das Wildkraut bei Rheuma und Gicht

Giersch: Das unterschätzte Heilkraut für Entzündungen und Gelenkschmerzen

Von Ursula Anderhalden

Der Giersch ist vielen Gärtner/innen ein Dorn im Auge, da er sich schnell und unwiderruflich ausbreitet.

In früheren Zeiten – nachweislich schon in der römischen Antike – wurde der Giersch spirituell zur Abwehr von Schadenszaubern angewendet. So trug man die Blätter, oft getrocknet, in einem Amulett um den Hals.

Der Kräuterpfarrer Künzle pries den Giersch als eine wunderbare Heilpflanze an. Er setzte ihn zur Behandlung von Krampfadern, Husten, Wurmbefall, Zahnschmerzen, Gicht, Rheuma und Verstopfung ein.

Bereits im Mittelalter wurde Giersch zur Linderung von Herz-Kreislauf­-Beschwerden, Gicht, Rheuma und Ischiasschmerzen verwendet. Besonders bei Gicht zeigt Giersch seine Wirksamkeit, was sich auch im lateinischen Namen widerspiegelt, «podagraria» bedeutet Gicht. 

Das Geisskraut mit heilender Wirkung

Der botanische Name «Aegopodium» bezieht sich auf das Aussehen der Blätter, die einem Ziegenhuf ähneln, weshalb Giersch auch als Geisskraut oder Geissfuss bekannt ist.

Weitere Synonyme und Volksnamen sind Hinfuss, Erdholler, Wiesenholler, Dreiblatt, Zipperleinkraut und Podagrakraut.

Frisch zerriebene Gierschblätter können bei Insektenstichen, Verbrennungen und Sonnenbrand auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, um Linderung zu verschaffen. Zudem sollte Giersch in verschiedenen Anwendungsweisen – beispielsweise als Tee getrunken oder als Gemüse gegessen – Kraft und Stärke verleihen.

Die vermutete Heilwirkung des Doldenblütlers beruht auf für eine gesunde Ernährung unverzichtbaren Inhaltsstoffen. So enthält Giersch neben Kalzium, Bor und Magnesium mehr Vitamin C als eine Zitrone. Die Pflanze kann roh oder gekocht gegessen werden, wobei ihren Inhaltsstoffen eine entzündungshemmende und harntreibende Wirkung zugeschrieben wird.

Die Dreierregel

«Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei!» – so lautet ein alter Spruch, um den Giersch zu erkennen. Sie ist die eindeutigste und wichtigste Regel zur Bestimmung der Pflanze. 

Seine Blätter bestehen aus drei Teilblättern, die in Dreiergruppen angeordnet sind, was ihn eindeutig identifizierbar macht.

Giersch Dreierregel

 

 

Giersch im Einsatz bei Gicht, rheumatischen Beschwerden und mehr

Heutzutage wird dem Giersch immer noch eine positive Wirkung bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen zugeschrieben, obwohl dies nicht wissenschaftlich belegt ist. Dennoch lassen sich einige deutliche Zusammenhänge erkennen.

Giersch trägt letztendlich auch zur Linderung von Schmerzen und somit zur Symptomlinderung bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen bei, jedoch führt dies nicht zur Heilung der Krankheiten.

Giersch wirkt harntreibend und entsäuernd, indem er Harnsäure löst und dem Körper hilft, Harnsäurekristalle auszuschwemmen, was natürlich die Symptome von Gicht lindert.

Bei rheumatischen Erkrankungen, die Entzündungen in den Gelenken verursachen, zeigt Giersch entzündungshemmende Wirkungen, die sogar wissenschaftlich belegt sind.

Weitere potenzielle Wirkungen des Gierschs umfassen die Anregung der Verdauung und des Appetits sowie die Förderung des Blutflusses.

Dank seiner harntreibenden und entzündungshemmenden Eigenschaften ist er auch bei Blasenentzündungen und Hämorrhoiden nützlich.

Giersch-Tees als Frühjahrkur sowie bei Gicht und Rheuma

Der Tee aus frischen Gierschblättern ist besonders geeignet für eine Frühjahrskur. Er soll schädliche Stoffe aus dem Körper ausschwemmen und auch bei Blasenentzündungen und Schnupfen helfen.

Übergiessen Sie 2 TL frisches oder getrocknetes Kraut mit heissem Wasser und lassen es 10 Minuten ziehen. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse.

Teemischung bei Gicht- und Rheuma

☘️ 30 g Giersch

🌱 20 g Meisterwurz

☘️ 20 g Hauhechel

🌱 20 g Mädesüss

☘️ 5 g Schöllkraut

🫐 5 g Wacholderbeeren

Zubereitung: 1 TL der Mischung mit 250 ml heissem Wasser übergiessen. 10 Minuten ziehen lassen; abgiessen. 2 bis 4 × täglich je eine Tasse trinken.

Nebenwirkungen: Wegen der enthaltenen Cumarine kann der Hautkontakt mit Giersch bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen führen.

Giersch in der Küche: Pesto, Suppe und mehr – gesunder Wildkräuter-Genuss

Giersch lässt sich in der Küche sehr vielfältig einsetzen, beispielsweise für ein Pesto oder als Ersatz für Spinat.

Wohlschmeckend und aromatisch, lässt sich das Kraut auch gemeinsam mit anderen Wildkräutern wie etwa der Brennnessel oder Petersilie zubereiten.

Wildkräuter-Pesto mit Giersch

Gesund und gut als Vorspeise geeignet ist etwa ein Süppchen aus verschiedenen Kräutern, wobei Giersch gut zu Pimpinelle, Kerbel, Löwenzahn, Sauerampfer etc. passt.

Kreative Küche: Giersch als Spinatersatz in einer köstlichen Lachs-Lasagne

Mmmh, Giersch ist ein wunderbarer Spinatersatz – unbedingt ausprobieren!

So geht’s: Kneten Sie aus Mehl, Butter, Wasser und Salz einen Mürbeteig. Formen Sie daraus eine Kugel und lassen Sie sie abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Rollen Sie anschliessend zwei Drittel des Teigs aus, legen Sie ihn in die gefettete Springform und formen Sie aus dem restlichen Teig eine lange Rolle. Drücken Sie diese als 2–3 cm hohen Rand an. Stechen Sie den Teig mit einer Gabel mehrmals ein.

Bestreichen Sie den Teig mit verquirltem Eigelb und stellen Sie ihn kühl.

Waschen und putzen Sie die Kräuter und das Gemüse. Schneiden Sie die Karotten in kleine Würfel und raffeln Sie den Sellerie grob. Dünsten Sie die Zwiebeln in einer grossen Pfanne mit etwas Öl an, geben Sie nach und nach die Kräuter, den Sellerie und die Karotten dazu und dünsten Sie sie kurz mit. Fügen Sie gegebenenfalls etwas Gemüsebrühe hinzu.

Schlagen Sie die Eier schaumig, rühren Sie die saure Sahne unter und würzen Sie die Mischung mit Salz, Muskat und Pfeffer.

Verteilen Sie die Gemüsemischung gleichmässig auf dem Teig und giessen Sie anschliessend die Eiermasse darüber. Bestreuen Sie die Mischung mit geriebenem Käse und verteilen Sie Butterflocken darauf.

Backen Sie das Ganze im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft für etwa 30 Minuten, bis es goldbraun ist. Servieren Sie das Gericht als warmes Hauptgericht mit einem Blattsalat.

Giersch-Lachs-Lasagne Rezept

 

 

Autorin Ursula Anderhalden

Ursula Anderhalden - Dipl.Phytotherapeutin Pflegefachfrau HF

Ursula Anderhalden ist Dipl. Phytotherapeutin, Dipl. Pflegefachfrau HF und hat diverse Aus- und Weiterbildungen in der Aroma-Massage, Osmologie, Bachblüten und viele mehr.

Webseite

Heilkunde Newsletter

Treten Sie dem Heilkunde Universum bei

Möchten Sie kostenlose Tipps für einen gesunden Lebensstil und exklusive Produktempfehlungen? Dann melden Sie sich hier zu unserem Newsletter an und erhalten Sie als Willkommensgeschenk einen Heilkunde Artikel: