Bärlauch: Das Powerkraut mit mehr Vitalstoffen als Knoblauch
Von Barbara Simonsohn
Bärlauch, auch Knoblauch der Germanen genannt, toppt seinen Verwandten, was Inhaltsstoffe und Heilkräfte betrifft. Kein Wunder, ist es doch eine Wildpflanze, und vom Knoblauch, der ursprünglich aus China kommt, ist nur noch die Kulturform erhalten. Wildkräuter enthalten fast immer wesentlich mehr Vitalstoffe als Zuchtpflanzen.
Bärlauch ist in den letzten Jahren zu einer Pflanze geworden, die viele auf dem Balkon oder in ihrem Garten anbauen und sich wachsender Beliebtheit auch in vielen Restaurants, Reformhäusern und Bioläden erfreut. Daher habe ich ihn in der Liste der „Top Ten“ der Küchenkräuter aufgenommen.
Über Bärlauch gibt es mehr als 100 wissenschaftliche Studien allein bei PubMed, welche seine positiven Wirkungen zum Beispiel bei Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen belegen.
Der lange Weg des Bärlauchs als Heilpflanze der Antike zurück in unsere Gärten
Der Bärlauch oder Allium ursinum L. – wilder Knoblauch – galt schon in der Antike als „Herba salutaris“, als gesundheitsförderndes Heilkraut schlechthin wegen seiner profunden und vielseitigen Wirkungen. Es handelt sich um eine der ältesten und meist verwendeten Arznei-, Gewürz- und Gemüsepflanzen Europas.
Die alten Germanen begrüßten sich mit einem Spruch „Leinen und Lauch“, im Original „Linar, Laukar“, was „Glück und Segen“ bedeutete vgl. a. T. Richter, „Bärlauch in Medizin und Mythologie“, Pharmazie-Zeitung Nr. 27/1999).
Der renommierte Medizinhistoriker Professor Gundolf Keil schreibt in „Heilkunde der Germanen“, dies habe so etwas wie eine Einladung an schützende Geister dargestellt, zur Abwehr von Unheil und Krankheiten, für Heil, Gesundheit und Segen. Verletzungen heilten unsere germanischen Vorfahren nämlich mit Bärlauch, den sie in Leinentücher wickelten.
Die alten Griechen nannten den Bärlauch „Zwiebel des Nordens“ und verehrten und schätzten ihn. Im alten England gab es einen Spruch, „Iss Lauch im März, Bärlauch im Mai, dann haben die Ärzte das ganze Jahr frei.“
Kaiser Karls Verordnung und der Bärlauch-Boom
Kaiser Karl der Große befahl im Jahre 812 in seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis vel curtis imperii“, dass in jedem Garten der kaiserlichen Güter auch Bärlauch angepflanzt werden sollte (vgl. Gabriela Schwarz, „Die Heilkraft der Kräuter“, Sonderausgabe Kopp o.J. S. 55 (Originalausgabe F.A. Herbig, München 2010).
Weil man sich auch bei der Bepflanzung privater Gärten nach dieser Verordnung ausrichtete, verbreitete Bärlauch sich zu dieser Zeit stark. Bärlauch war als entgiftendes und stärkendes Heilmittel hochgeschätzt, geriet aber im 16. Jahrhundert in Vergessenheit. Ein wesentlicher Grund für dieses Schattendasein besteht darin, dass er in mittelalterlichen Klostergärten unbeliebt war, weil er als fruchtbarkeitsfördernd und die Sinnlichkeit steigernd galt. Der Geruch von Knoblauch und Bärlauch wurde sogar mit dem Teufel in Verbindung gebracht (vgl. Gabriela Schwarz, a.a.O., S. 56).
Eine Renaissance erlebte der Bärlauch erst am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts, und dieser Boom hält ungehindert an. Der Boom wurde durch „Kräuterfrauen“ und Gourmet-Köche ausgelöst.
Dr. Georgios Pandalis, ein Biologe ursprünglich aus Griechenland, hatte an der Renaissance vom Bärlauch einen massgeblichen Anteil. Ihm war bekannt, dass Bärlauch auch „Knoblauch der Germanen“ genannt wird, und er fragte sich: „Warum sollen die Deutschen den asiatischen Knoblauch essen, wenn sein mitteleuropäischer Verwandter doch vor ihrer Haustür wächst?“ (Dr. Pandalis in seinen „Urheimische Notizen“ 1/2021).
Die Frage liess ihn fortan nicht mehr los. Schon 1987 wurde er vom WDR als „Knoblauchpapst“ tituliert, weil er auf den wilden heimischen Knoblauch setzte („Therapiewoche“ 39, 45, Jahrgang 1989).
Der wiederentdeckte wilde Knoblauch ist von der Pharmakologie dem Kulturknoblauch überlegen, enthält er doch alle bekannten Wirkstoffe wie die Kultursorte aus China, in teils wesentlich höherer und ausgewogener Konzentration.
Von Februar bis Juni: So wächst und gedeiht der Bärlauch in Europa
Der Bärlauch ist eine ausdauernde Kulturpflanze und wächst bis zu 50 Zentimeter hoch. Er liebt feuchte Böden und Auenwälder und wächst gern unter hohen Bäumen wie im Englischen Garten in München oder im Jenischpark in Hamburg.
Er wächst bis zu 1,800 Metern Höhe, und ist in fast ganz Europa und den Kaukasus bis Kamtschatka anzufinden. Seinen Namen trägt er von dem Wissen unserer Vorfahren, dass die Pflanze Bärenkräfte verleiht und Bären sich nach dem Winterschlaf mit Waldknoblauch stärken.
Die kleinen Bärlauchzwiebeln treiben vom Februar bis März, und bereits ab Ende Juni schliessen die Pflanzen ihre Vegetationszeit mit Samenreife und Einziehen der Blätter ab. Bis zum nächsten Frühjahr durchlaufen die im Boden verbleibenden Zwiebeln eine ausgedehnte Ruheperiode.
Die Blätter sind saftig grün und lanzettförmig. Sie werden vor der Blüte geerntet, weil sie nach dem Aufbrechen der Blütenknospen streng und bitter schmecken. Die weissen Blüten stehen auf geraden langen Stielen.
Am besten wird Bärlauch frisch verwendet, man kann ihn aber auch für Tee trocknen und als Gemüse, ähnlich wie Spinat, einfrieren.
Vorsicht bei Wildsammlung: Bärlauch kann mit Maiglöckchen verwechselt werden
Menschen verwechseln manchmal Bärlauch mit giftigen Maiglöckchen. Dabei ist der Bärlauch an seinem charakteristischen intensiven Knoblauchgeruch seiner Blätter zu erkennen.
Die Unterseite von Bärlauchblättern ist stumpf, die von Maiglöckchenblättern glänzend. Die Blüten des Bärlauch wachsen kugelförmig als Sammelblüte heran, beim Maiglöckchen sind im Gegensatz mehrere Knospen an einem Stängel aufgereiht. Wer unsicher ist, was die Unterscheidung betrifft, kann Bärlauch auf Balkon oder im Kräuterbeet anbauen.
Das Geheimnis der Heilkräfte von Bärlauch: Schwefelverbindungen und bioaktive Stoffe für die Gesundheit
Bärlauch gehört wie Knoblauch oder Porree zu den Lauchgewächsen.
Bärlauch ist unsere schwefelhaltigste Heilpflanze und enthält mit 7,8 Gramm Schwefel pro 100 Gramm Trockensubstanz wesentlich mehr als Knoblauch mit 1,7 Gramm und Weisskohl mit 0,5 Gramm. Die Schwefelverbindungen im Bärlauch sind an Proteine gebunden und stammen ursprünglich aus den Sulfat-Ionen der Erde.
Wird die Pflanze durch Insekten, andere Tiere oder Menschenzähne verletzt, entstehen stark riechende Sulfensäuren. Diese kondensieren zu Thiosulfinaten, hochpotente Anti-Pilz-Mittel und Antibiotika.
Ausserdem finden sich im Bärlauch gesundheitlich wertvolle bioaktive Substanzen wie Adenosin, Flavonoide und Phenolglycoside, die ebenfalls wesentlich konzentrierter in Bärlauch als im Knoblauch zu finden sind. In Bärlauch enthalten sind zudem Vitamin C, Senfölglycoside, Eisen, Mangan, Magnesium und Kohlenhydrate. Senfölglycoside fördern die Verdauung und befeuern den Stoffwechsel. Vitamin C hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit und stärkt das Immunsystem.
Natürliches Multitalent für Herzgesundheit und Entgiftung
Schutz vor Krebs und Herzinfarkt
Die Abbauprodukte von Thiosulfinaten im Bärlauch hemmen das Tumorwachstum und wirken krebsvorbeugend, indem sie Entgiftungsenzyme vermehren und die schädliche Wirkung von Schimmelpilzen unterdrücken. Diallyldisulfid, eines dieser Abbauprodukte, reduziert zudem die krebserregenden Effekte von Nitrosaminen, die beim Grillen von Fleisch entstehen. Gleichzeitig beugen Thiosulfinate der Arteriosklerose vor, indem sie die Oxidation von LDL im Blut hemmen und helfen bei der Behandlung von Blasenentzündungen.
Adenosin: Ein Schutzfaktor für Herz und Gefäße
Bärlauch enthält Adenosin, einen der vier Bausteine der Nukleinsäuren, in hoher Konzentration von 130 Milligramm pro 100 Gramm. Knoblauch mit 56 Milligramm pro 100 Gramm enthält davon nur knapp die Hälfte, ebenso wie die Zwiebel mit 59 Milligramm pro 100 Gramm.
Adenosin schützt das Herz, hemmt die Thrombozytenbildung und reduziert damit das Risiko für Embolien und Hirnschlag, hilft bei Herz-Rhythmusstörungen, entspannt die glatte Gefässmuskulatur und normalisiert einen zu hohen Blutdruck, hemmt die Resorption von Cholesterin, senkt zu hohe Blutfettwerte und beugt Herzinfarkt und Schlaganfall vor.
Indem Adenosin den Einstrom von Kalzium in Herzmuskelzellen reduziert, kann ein erhöhter Blutdruck sinken. Adenosin öffnet die Kaliumkanäle, was der Erregungsleitung entgegenwirkt und die Überleitungszeit im AV-Knoten, unserem natürlichen Herzschrittmacher, verlängert. Die Herzfrequenz senkt in Richtung gesundem Normwert und damit antiarrhythmisch wirkt. Herzrhythmusstörungen können zum potenziell lebensbedrohlichen Herzflimmern werden.
ACE ist ein Enzym, das die Bildung des Gewebehormons Angiotensin anregt, das den Blutdruck steigert. Dr. Pandalis fand erstmalig in Bärlauchblättern ein wirksames ACE-hemmendes System. In Zusammenarbeit mit der Universität München, Professor Dr. Dr. H. Wagner, finden wir erstmalig in der Pflanzenwelt ein ACE-hemmendes System (vgl. Wagner, 1990 und Sendl u.a., 1992).
Bärlauchblätter hemmen das ACE zu 56 Prozent, während Knoblauch nur etwa die Hälfte dieser Wirkung zeigt. Bärlauch kann also einen erhöhten Blutdruck senken.
Adenosin hat noch viele weitere gesunde Wirkungen. Es entspannt die Gefäße, wirkt antiepileptisch und beruhigend. Im Zentralnervensystem hemmt Adenosin die Ausschüttung der Neurotransmittel Noradrenalin und Acetylcholin und reduziert damit Stress und Nervosität. Dieser Baustein von Nukleinsäuren schützt Neuronen im Gehirn vor der Überforderung bei Stress.
Effektive Schwermetall-Entgiftung mit natürlicher Pflanzenkraft
Bärlauch entgiftet Schwermetalle und weitere Schadstoffe. Dr. med. Claus-Peter Siegers führte erfolgreich Entgiftungs-Kuren mit Bärlauch Frischblatt-Granulat durch.
Fettlösliche Umweltgifte werden gebunden und so in eine wasserlösliche und damit nierengängige Form überführt und zur Ausscheidung gebracht. Die Reduzierung der Schwermetall-Konzentration von Quecksilber und Cadmium betrug nach der Behandlung nur fünfzig Prozent vom Ausgangswert (Dr. med. Heinz-Werner Feldhaus (2001), „Die Bedeutung von Bärlauch für die Schwermetallausleitung“ (Adresse des Studienleiters Lönsweg 3, 48477 Hörstel, Studie liegt der Autorin vor).
Linderung von Psoriasis und Durchblutungsstörungen
Besonders bewährt hat sich Bärlauch bei Hauterkrankungen. Bei Psoriasis konnte durch eine Applikation auf die Haut die übermässige Verhornung bei dieser Erkrankung auf ein Normalmass reduziert werden.
Professor Dr. Dr. H. Kiesewetter fand schon 1992 heraus, dass Bärlauch bei einer Tagesdosis von einem Gramm, als Einmaldosis verabreicht, die Mikrozirkulation des Blutes in der Haut verbessert. Die Geschwindigkeit der roten Blutkörperchen nahm um 30 Prozent zu, und Beschwerden, die durch Durchblutungsstörungen verursacht wurden, konnten abklingen (H. Kiesewetter (1992), „Offene Phase I Untersuchung zur Dosisabhängigkeit der Wirkung von Bärlauch auf die Mikrozirkulation bei acht gesunden Probanden“, Charité Berlin).
Der European Food Safte Authority EFSA zufolge können zu Bärlauch folgende Gesundheitsaussagen gemacht werden: Bärlauch reguliert den Cholesterinstoffwechsel und die Herzaktivität, hilft bei der Aufrechterhaltung der gesunden Funktion von Herz und Blutgefäßen und erhält eine gesunde Herzfunktion und Funktion der Blutgefässe im fortgeschrittenen Alter.
Bärlauch-Saison verpasst? So holen Sie sich die Vitamine das ganze Jahr
Bärlauch sollte wenn möglich frisch verwendet werden. Leider ist die Bärlauch-Zeit nur kurz.
Für Tee lässt sich Bärlauch trocknen und für Gemüse einfrieren.
Bärlauch optimiert die Verdauung, fördert die Entgiftung und regeneriert die Darmflora. Ich gebe frische Bärlauchblätter in grüne Smoothies oder klein geschnitten in Salate und aufs Butterbrot.
Aus den Blättern lässt sich ein leckeres Pesto auch ohne teure Pinienkerne, sondern mit Sonnenblumenkernen herstellen. Bärlauch-Kräuterquark ist sehr lecker. Sie können auch Suppen und Sossen mit klein geschnittenem Bärlauch würzen. Butter oder Pflanzenbutter mit zerkleinertem Bärlauch vermischt und etwas Salz und Pfeffer ist eine Delikatesse. Die Butter lässt sich einfrieren.
Wenn Sie sich einen Vorrat zulegen wollen, pürieren Sie Bärlauch-Blätter mit einem Stabmixer. Geben Sie auf hundert Gramm Bärlauch sieben Gramm Salz und etwas Olivenöl. Portionsweise in kleine Tiefkühlbeutel oder Eiswürfelfächer geben und einfrieren.
Für Bärlauch-Salz schichten Sie klein geschnittenen Bärlauch und Salz abwechselnd in ein sauberes Glas. Die oberste und unterste Schicht sollte aus Salz bestehen. Das Glas zwei Wochen auf der Fensterbank ruhen lassen. Danach das feuchte Salz in einen Mixer geben. Jetzt das Bärlauchsalz im Backofen bei fünfzig Grad trocknen lassen, dabei einen Kochlöffel zwischen die Tür klemmen.
Nach dem Trocknen noch einmal fein durchmixen und in einen Salzbehälter umfüllen. Das Salz hat eine schöne saftig grüne Farbe und passt gut zu Salat und Gemüse- und Kartoffelgerichten.
Bärlauch-Garten: Aussaat, Zwiebeln oder Pflanzen
Bärlauch ist keine verwöhnte Kulturpflanze, sondern eine Wildpflanze und damit sehr pflegeleicht. Sie können Bärlauch ansäen, als Zwiebel stecken oder als Pflanze einpflanzen.
Volle Sonne mag die Pflanze nicht, sondern Halbschatten und am Liebsten unter Laubbäumen.
Zwiebeln gibt es im Gartencenter. Am besten steckt man zwei bis fünf Zwiebeln zusammen in einer Gruppe. Die Zwiebeln sollten zwei Zentimeter tief gesteckt werden. Am Schnellsten haben Sie Erfolg, wenn Sie fertige Pflanzen setzen.
Hierfür ist der Herbst die beste Jahreszeit. Im Herbst gepflanzt, können Sie schon im nächsten Frühjahr Blätter ernten. Wenn Sie ins Freibeet pflanzen und nicht in Kübeln, wird sich der Bärlauch unterirdisch verbreiten und an vielen Stellen im Garten auftauchen. Ich lasse ihn gewähren und freue mich auch an den schönen weissen Blüten, die in der Vase lange haltbar sind.
Bärlauch: Klinische Studien belegen vielseitige Heilwirkungen für Herz und Darm
Seit 1988 werden Bärlauch-Blätter ausführlich klinisch untersucht, und zwar nicht nur in der Petrischale oder im Tierversuch, sondern auch am Menschen. Was mich an diesen Untersuchungen besonders beeindruckt, sind die antimikrobiellen und Darmflora-regenerierenden Eigenschaften, die den Schwefelverbindungen zugeschrieben werden.
Sehr gut dokumentiert sind auch die durchblutungsfördernden, blutdrucksenkenden und antioxidativen Eigenschaften, welche sich größtenteils auf die schwefelfreien wasserlöslichen Inhaltsstoffe wie Adenosin und Flavonglykoside zurückführen lassen, aber auch auf die Di- und Trisulfide Alliin und Allicin (vgl. Sendl u.a. (1992), „Comparative pharmacological Investigations of Allium ursinum and Allium sativum“, Planta Med, 58 (1).
Die Sulfide im Bärlauch regen den Speichelfluss, die Magensaftsekretion sowie die Darmperistaltik an und fördern auf diese Weise die Verdauung. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die antikanzerogenen Effekte dieser schwefelhaltigen Stoffe. Eine Tumorwachstum hemmende Wirkung wurde für Organe wie Dickdarm, Speiseröhre, Magen und Lunge festgestellt.
Die Schwefelverbindungen in Bärlauch entgiften die Leber und dienen der Beseitigung von Steroiden, Phenolen, Alkoholen Indoxyl. Die dabei entstehenden Verbindungen werden einfach mit dem Urin ausgeschieden. Bärlauch verhindert die Bildung von „foamy organells“ oder Lipidtropfen, der Umwandlung von Makrophagen oder grossen Fresszellen in Schaumzellen. Bärlauch wirkt damit der Entstehung von Arteriosklerose entgegen.
Ausserdem hat Bärlauch eine entzündungshemmende Wirkung. Durch Bärlauch wird die Umwandlung von Arachidonsäure in Prostaglandine gehemmt, die Entzündungsreaktionen hervorrufen können. Bärlauch kann auch die Entstehung von systemischen Gefäßentzündungen auf der Innenseite unserer Blutgefäße verhindern (vgl. Professor D. H. Robenek, Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster, „Bärlauch-Frischblattgranulat von Dr. Pandalis wirkt auf allen Ebenen den Gefäßerkrankungen entgegen“, 13.4.2004).
Bärlauch wirkt antibiotisch, tötet pathogene Pilze ab und wirkt antiviral.
Er hält die Gefässe gesund, fördert die Wundheilung und hilft bei kalten Füssen und Händen. Weiter stärkt das Heilkraut das Immunsystem, hilft bei Verdauungsbeschwerden, regt den Appetit an, lindert Blähungen, bekämpft Arteriosklerose, senkt einen zu hohen Blutdruck, hilft bei Herzrhythmus-Störungen und regeneriert die Darmflora.
Das ist noch nicht alles! Bärlauch lindert Hautausschläge und die Symptome von Schuppenflechte, wirkt entzündungshemmend, hat eine Anti-Krebs-Wirkung, lindert Husten und Bronchitis und entgiftet Schwermetalle.
Literatur
Barbara Simonsohn, „Heilsame Küchenkräuter. 10 Kräuter für Körper und Seele“, Mankau Kompaktratgeber, 159 S., 12 Euro (ab April)
Wolf-Dieter Storl, „Pflanzen der Kelten. Pflanzenzauber, Baumkalender“, AT-Verlag, Aarau/Schweiz, 6. Auflage 2009
Steffen Guido Fleischhauer u.a., „Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen“, AT-Verlag, 13. Auflage 2022
Autorin Barbara Simonsohn
Barbara Simonsohn (Jahrgang 1954) studierte Sozialwissenschaften und schloss ihr Studium als Politologin ab. Zehn Jahre hintereinander war sie in der Findhorn-Gemeinschaft in Schottland, wo sie nicht nur im Garten mitarbeitete, sondern auch einige ganzheitliche Heilmethoden lernte.
Sie ist Ernährungsberaterin, Expertin für “Super-Foods”, Reiki-Ausbilderin und Autorin zahlreicher Bücher.